Gleim-Oase

Kunstwerk & Stadtnatur…

Einzigartige Insel im Schatten der Berliner Mauer.

Die außergewöhnliche Verkehrsinsel am Gleimtunnel im Herzen Berlins, genauer gesagt im Wedding (Gesundbrunnen), wird seit 2010 von zwei Paten gepflegt. Weil wir ihre Internetpräsenz neu übrarbeiten (was ein weilchen dauern kann weil wir das nebenbei in unserer Freizeit tun), jedoch die wichtigsten Infos und ihre Geschichte und warum sie überhaupt dort steht zugänglich machen möchten kommt vorab eine Texttapete. 😀

Die Gleim-Oase (der Name stammt von uns und hat sich etabliert) ist 1985 initiativ von der degewo Wohnungsgesellschaft im Rahmen der Neugestaltung des Brunnenviertels gebaut worden. Die Gleimstraße war durch die Berliner Mauer geteilt. In dem westlichen Sackgassenteil wurde diese Insel als Aufenthaltsort in direkter Mauernähe realisiert.

Der Stadtteil „Brunnenviertel“ hatte seinen Namen bekommen und war 1960er bis in die 80er Jahre das größte innerstädtische Sanierungsgebiet Europas. Anfangs als Kahlschlagsanierung, dann nach und nach mit behutsamer Wohnbebauung (dank H. W. Hämer) und Einbezogenheit der vorhandenen Bausubstanz (Blockrandbebauung) wurde das Wohngebiet gestaltet.

Der Gartenarchitekt Bernd Vogel hatte u.a. die „Oase“ geplant und gemeinsam mit dem Architekten- und Künstlerpaar Alessandro und Erdmute Carlini umgesezt. A. Carlini, damals Vorsitzender des Bundes für Architekten in Berlin, hatte die Skulpturen aus Gitterrost entwickelt als Medium für die Verbundenheit von Mensch und Natur.

Die kleine Insel war damals mit vielen Rhododendren, Frauenmantel, Pfaffenhütchensträuchern und Schwingelgräsern gestaltet als „Begleitbepflanzung“ für die Skulpturen und als Blickfang. Sie wurden nach der Wende ausgetauscht durch Mahonien, die wenig Pflege brauchen. Lediglich die Pfaffenhütchensträucher wurden belassen. Mangels Pflege wucherten letztgenannte und weiteres zu.

Insgesamt wurde sich nicht mehr um das Areal gekümmert. Es verwilderte und vermüllte. Niemand (weder Anwohner noch die öffentliche Hand) interessierte sich mehr dafür.

Seit 2010 wird die Insel wieder gepflegt. Anfangs war es ein Kiezläuferprojekt. Recht schnell entwickelte sich eine ernstzunehmende Initiative und die Patenschaft.

Neben der gärtnerischen Pflege organisieren die beiden Paten Lesungen, Brunches, Führungen, Vorträge … in den Themenbereichen Stadtnatur und Geschichte.

Der Umweltladen Berlin Mitte hatte anfang 2015 eine Ausstellung über die Oase gemeinsam mit den Paten initiiert und realisiert (ausgerichtet!). Sie ist noch bis zum 21. Juni im Sebastian-Haffner Haus (Prenzlauer Berg Museum) zu sehen. Anmerkung: Diese Ausstellung ist die bislang am längsten präsentierte vom Bezirksamt Mitte!





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